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Auf zu den Wurzeln der Wikinger

wollte Erwin Ramin und musste nur zweimal in einen Hafen, behauptet er jedenfalls

(Genauer: Segeln vom 9.5 bis 13.10.2006 zum Randers-Mariager- und Limfjord) Wir wollten ganz früh mit dem ablaufenden Wasser die Haseldorfer Binnenelbe verlassen. Leider habe ich den Priel um ein paar Meter verfehlt. Sechs Stunden warten auf die Flut. Trotzdem haben wir Dückerwisch noch vor der Dunkelheit erreicht Am anderen Tag radeln wir nach dem schönen Burg und als Krönung des Tages passiert die Norwegian Dream, das größte Kreuzfahrtschiff, das den Kanal befahren kann. Wir sind in Eile, denn Jaqueline und Peter von der AHU wollen in Kappeln ablegen um in die Karibik zu segeln. Also direkt vom Flemhuder See nach Kap- peln. Es wird ein herzliches Wiedersehen. Ankerplatz Süderhaken. Sturm und kein Schutz durch eine Steilküste oder Bäume. Es wird eine unruhige Nacht mit Ankerwache ­ aber die zwei Anker halten. Wir verholen auf unseren bewährten Platz gegenüber Maasholm.

Dort liegt die ASIAK mit Reinhard+Frau+ Hund. Ich habe Bratkartoffeln und sie He- ringe. Der Abend ist perfekt. Der Wind dreht auf S/SO, die ASIAK fährt mit dem Anker spazieren und wir kurz darauf mit drei Ankern auch. Wir verlegen zum Arnisser Segelklub, zumal ich dort den Kopfplatz für das ,,Heringstreffen" frei halten soll. Die Bordfrau fährt nach Hause zum Rasen- mähen. Ich segel weiter Richtung Schleswig. Vor der Brücke Lindaunais liegen zwei Segel- kutter. Es ist ordentlicher Wind gegenan. Der eine ist wohl recht froh, dass ich ihn durch die Brücke schleppe. Glück gehabt: Die Ge- witterfront erwischt mich nicht in der Stexwi- ger Enge, sondern kurz davor. Das Anlegen an meinen Stammplatz in Schleswig klappt ganz gut. Ruderblätter hoch, im Leerlauf über die Spring gegen die Kai. Fender ganz nach unten. Wassertiefe 90 cm. Idealer Platz. Am Wochenende ist hier Wikingermarkt. Bogen- schießen, Scheingefechte, Gerichtsverfahren und viel Klamauk. Unser Fischer räuchert nach alter Art in Wikingerkluft Fische und zeigt ursprüngliches Gerät. Wikinger sind zeitgemäß. In Spielzeugläden kann man Rüs- tungen, Äxte und Schwerter kaufen. Wir besuchen unsere Bekannten in Torö Huse. Ulla kommt mit dem selbstgebauten Eskimokajak längseits. Es wird gegrillt und fürstlich gespeist. Am Sandstrand können wir das erste Mal baden. Ankern vor Julsminde. Weiter nach Musholm. Beim Anladen mit dem Beiboot steigt eine Welle ein und Wal- traud wird etwas naß. Am nächsten Tag reißt das Großfall. Zurück. Ich muss in den Mast, Fall umdrehen und einfädeln. Mit der Alulei- ter geht das prima.

Kurs Svenburgsund/Aerö. Wir segeln an der Westseite Skaroe über die Flachs nördlich Drejoe mit flottem Tempo. Waltraud sitzt unten am PC und ruft mehr Steuerbord oder Backbord. Spannend. Nach der Nordspitze Aerö muß ich Höhe laufen. Lieder bricht das Backbordschwert an der Sollbruchstelle, wie in letztes Jahr in Finnland (Steuerbord). Die Holeleine verfängt sich natürlich in der Backbordschraube. Gut dass sich die Mo- toren hochdrehen lassen. Ab Wackerballig. Ein Reff, trotzdem 9 Knoten. Das Vorsegel ist mit der Winsch nicht richtig dicht zu be- kommen. Kleineres Segel nehmen ! Ankern bei Starkwind westlich Holnis. Klaus kommt mit dem Schlauchboot herübergerudert. Wir tapezieren gerade den Kajütdachhimmel mit Glasfasertapete. Waltraud nimmt den Bus ab Glücksburg, ich verhole nach gegenüber zu den Ochseninseln. Die kleine Fähre entlädt eine Gäng mit Musikinstrumenten. Es ist Sonnenwende und es wird ein netter Abend mit Jazz und Lagerfeuer. Sie wollen mal eine Session auf den Kat machen. Flensburg Innen- hafen. Gerade als ich die Boje zu fassen habe, sehe ich das rote Schild. Es ist sowieso viel zu heiß in der Stadt, also direkt auf der deutsch/ dänischen Grenze ankern und mit dem Fahr- rad nach Flensburg. (Hinweis: Jaich-Marina EUR 28 !!)

Ankern Wackerballig. Ehefrau und Sohn und Freundin sind zurück. Walter und Ilse kom- men mit der ILWA VIII längsseits. Es gibt Sekt und viel zu erzählen.

4.7. St-Motor startet nicht von oben. Steck- verbindung braun verrottet -neue Klemmen. Beim Nachtpinkeln Ringzeh links an der Reelingstütze aufgerissen. Man sollte Schuhe anziehen! Abend Lagerfeuer mit Lende gegen- über am Strand Fanö. Vorher: Deutschland- Italien 0:2, große Flagge Halbmast. 5.7. Ankerversuch nahe Strip. Der Anker hält nicht im Mud, außerdem strömt es stark. Beim Segelsetzen Großfall zu zweiten Mal ge- rissen. Ankern vor Eritsö, dort im Yachtladen kaufen wir ein neues 50-Meter Fall. Abolö ­ empfehlenswert. An der Ecke, dort wo der Leuchtturm steht, müßte man außerhalb der 2-m-Linie durchkommen, aber es kom- men beide Ruderblätter hoch. Anscheinend stimmt die Seekarte hier nicht, Steine sind zwar reichlich am Ufer in der Karte aber nicht zu finden ­ also aufpassen. Wir marschieren den ganzen Naturstrand ab und ich sammel zwei 30-Liter-Kanister auf. Irgendwie sind die sicherlich zu gebrauchen. Ankern hinter der Mole am Strand Ballen. Rundgang, einkaufen. Kurs Langoer. Fahrradtour zur Nordinsel (Aussichtsturm) über Hafen Marup. Zurück im Wikingergraben. (ehemaliger Stichkanal durch Samsö)

Randersfjord, Bojenfangen: Ich habe die Boje knapp am Haken und will die dicke Leine durch die Öse ziehen. Dabei strecke ich mich zu weit über den Beam und achte nicht auf die Strömung. Es geht über Kopf abwärts, aber Dank des Wasserstages nicht ins Wasser. Mit den rechten Stiefel bleibe ich oben hängen. Filmreife Szene: Ich schreie: Beiboot runter ! (dort wollte ich mich dann hereinfallen lassen, was aber nicht gegangen wäre, da mein Fuß in einer Leinenschlinge oben festhing). Die Bordfrau löst die Schlaufe am Stiefel und mit großem Kraftaufwand kam ich schließlich doch hoch, die untere Hälfte wurde dabei na- türlich naß. Ohne Bordfrau und Wasserstag wäre ich sicherlich ersoffen. Wir haben dann die andere Boje genommen. Natürlich hätten wir in Randers an den Gästeschlengel gehen können. Gegenüber wurde aber Kohle geladen und ganz billig wäre das auch nicht geworden. Wir lagen günstig im Wind in der äußersten Ecke am Kai, der nette Hafenmeister wollte uns an den Gästesteg verfrachten, verstand aber meine Befürchtungen mit dem Dreck. Also zurück zu den Vereinschlengeln weiter vorn. An einen altersschwachen Holzponton machten wir fest und fragten, ob man da über Nacht bleiben könne. Natürlich nicht. Dann aber, nach Rückfrage mit dem Chef, dann doch für das doppelte Hafengeld. Ich hatte aber bereits einen guten Platz angepeilt (siehe Bild, IMG1958 webseite) und der Hafenmeister, mit dem ich das vorher vorsichtig geklärt hatte, ließ uns hier in Ruhe, so daß wir das Hafengeld für den Randers Regnskov (kr 220) ausgaben, was sicherlich die bessere Lösung war. 15.7. BB-Motor geht aus. Springt auch nicht wieder an. Dumm - natürlich war der Benzin- hahn zu, dann wurde auch noch zuviel Sprit nachgepumpt, so daß er absoff. Gut das man den zweiten Motor als Reserve hat. Vor dem Mariagerfjord warteten wir auf auflaufendes Wasser und dann ging es unter Segel durch die kurvenreiche ,,Sandpiste" am Anfang des Fjordes. Kurzes Liegen Mariager Mole mit Stadtrundgang, Einkaufen und kostenloser Waschmaschine. Wer will, kann auch noch ins Salzmuseum, aber gegenüber auf der an- deren Seite war wohl der beste Platz, zumal das Wetter mitspielte. Der geplante Rund- gang um den See, mit angeblich Dänemarks größter Komorankolonie führte auf gleichem Weg zurück, wurde dann aber mit dem Gum- miboot doch noch abgeschlossen.

Kurz vor Hobro ist eine schöne Ankerbucht, das Liegen am Kai ist tagsüber kostenlos und wäre bei der Affenhitze sowieso unerträglich gewesen. Die Radtour vormittags zum Fyrkat- Museum zu den alten Wikingern war schon anstrengend genug. Zurücksegeln nach Loe- vedal. Am alten Ankerplatz plärrt eine Mäd- chenstimme fürchterlich. Die Knabenmann- schaft paddelt verzweifelt. Das Tretlager vom Tretboot war gebrochen , und ich schleppe die Rasselbande mit dem Beiboot ab. Ne- benbei wurde Kirschmarmelade eingekocht. Mit der Aluleiter waren die Kirschen auch im oberen Bereich zugänglich.

Mehrere Ankerversuche vor Hadsund. Neben der Rinne ist es verdammt flach ! Auf Pos. 56 42.698/10 14.297 liegen wir mit viel Geschrei vor der Vogelinsel und bei Mariager Odde kann nur ein Kat oder Tri an der interessan- ten Seite ankern. (gegenüber wäre eine Boje gewesen).

24.7. Rote Spiere überfahren, war wohl doch mehr Strom als gedacht bzw. man ist früh morgens noch nicht so gut drauf. 13 Uhr: Anker auf 56 58.417/10 18.658 hält nicht, die Zickzacklinie sieht auf dem Bildschirm interessant aus. Ursache: Schlamm + Kraut. Als Däne mit gezacktem Stander wäre man an die Boje gegangen, diese ist für unsere Begriffe aber viel zu weit vom Ufer entfernt. Ich erkundige Hals mit dem Rad, während die Bordfrau Ankerwache hält. Urteil: Hals liegen im Päckchen oder außen an der Mole für kr 200. Wir ankern lieber vor dem Schloß. Dennoch muß ich in Hals an der Mole den BB-Bautenzug reparieren. Gut das der Wind nicht auflandig ist.

Aalborg : Liegen zwischen den Brücken anscheinend kostenlos. Wir wollten, um die Großen nicht zu behindern, dicht vor der Eisenbahnbrücke festmachen. Schon stecken beide Ruderblätter fest im Dreck der Aquavit-Abwässer (?), nach der Karte wäre es tiefer gewesen. Die Züge rattern über die Eisenkonstruktion und sind im nahen Yacht- hafen deutlich zu hören. Bestes Liegen im Stichkanal. 3-Tage-Vorbuchung für den Eu- ropabus ist günstig, wir haben noch Zeit für die Tour nach Nibe und ankern vor Goel und Egholm. Nachts steht der Kat mit kenternden Strom mal wieder auf den Ruderblätter im Mud. Das Wasser ist gefallen. Ein kleines Mo- torboot liegt am Strand. Zwei Jungen wollen das Boot ins Wasser ziehen, ihre hübsche Begleitung ziert sich wegen der Quallen. Vom Spaziergang zurück motiviere ich die Damen und gemeinsam ziehen wir das Boot ins Tiefe. Zurück nach Aalborg. Am Kai zwischen den Brücken liegt ein Großsegler. Klüver ab, Vor- mast geknickt. Die Eisenbahnklappbrücke klappte wohl schneller als gedacht zu. Ich bin einhand nach Livö, der angeblich schönsten Insel, unterwegs. Vollzeug bei mä- ßiger Brise. Scherstifte für die Ruderblätter wären hinderlich. Die Brücke Aggersund hat feste Öffnungszeiten. Ein motorender über- holender Däne zeigt auf seine Armbanduhr und ich werfe beide Motore an. Blöd !! Beide Ruderblätter kommen bei über acht Knoten hoch, der Kat luvt an. Vollkreis ­ Ruder- blätter runtertreten ­ 2. Vollkreis ­ Groß + Ruderblätter runter ­ dann Vorsegel bergen ­ Vollgas. Brückenzeit locker geschafft, hätte ich auch mit Segel gekonnt! Am Bildschirm sind hinterher die unnötigen Vollkreise ganz dicht an den Untiefen zu sehen.

In Livö ist Jazzwoche. Der Hafen begehbar. Davor ca. ein Dutzend Ankerlieger bei auf- landigem Wind. Ich liege noch ablandig an der besseren Seite. An Land rennen alle mit grünen Armbändern für kr 600 herum. Man kommt sich wie ein Aussätziger vor, dabei ist die Musik bis zum Ankerplatz zu hören. Der Wind dreht auf Nord, also auf die andere Seite der Insel. Beim letzten Schlag mit Voll- zeug/Raumkurs hätte ich beinahe die Fähre überholt. Lieber reffen. Ankern direkt vor dem Hafen nahe am Strand, mit heute schon deutlich weniger Ankerliegern. Trotzdem komme ich einem großen Motorboot recht nahe. Richtig kalkuliert, der bleibt nicht über Nacht. Die Bordfrau kommt mit der Fähre zurück. Wind dreht auf wieder auf Ost. Pflug- schar mit 50-Meterleine gesetzt. Hält. Eigent- lich wollten wir noch Richtung Skive. Der Wind sollte passen. Nach mehren Versuchen mit wechselnden Winden schlichen wir dann Richtung Thisted. 10.8. 14.40 Mittagsessen- boje auf 56 58.903/8 56.120. 19 Uhr Boje vor Hansklint. Wanderung über beschwerlichen Steilwandabbruch und Rundkraxeln Hands- klint. Ein Dutzend Fotos.

Zwischenankern Karby (flach!). Genau vor Doverodde ist der starke Wind weg. Auf der Karte ist dort zum Ankern recht flach. Ging aber prima. Auflandiger Sturm. 2. Anker mit viel Leine ausbringen. Ich schaue aus dem Fensters des Aussichtturmes: Unser Boot ist weg, nur das Nachbarboot ist zu sehen. Schreck und Erleichterung. Das Kielboot ist gewandert und steht mit dem Kiel auf Grund. Zwei Ankerversuche vor Agger. Zu flach. Ein Fischer will uns schon retten. Also doch in den Hafen. Wohin ? Hinter einer großen Kielyacht wären noch vier Meter frei. Beim Anlegeversuch zeigen nette Leute auf die Kai gegenüber, die sicherlich für Fischkutter gedacht ist. Hinter dem Wrack einer Wel- lengeneratoranlage machen wir fest. Kein Hafenbüro geöffnet. Angeblich ist der Ha- fenmeister auf der Beerdigung seiner Mutter. 15.8. Rückfahrt ab 8.30. Kreuzkurs ab Od- desundbrücke. Sauwetter. Plötzlich sind wir laut GPS in Leipzig. Sind es Radarwellen oder liegt dort ein Unterwasserkabel ? Wa- rum spinnt das GPS gerade jetzt, wo wir doch erst dicht vor dem Ufer wenden wollen. 20.15 Boje auf 56 41.903/8 53.166. Sicherlich war hier früher das ideale Wikingerversteck. Bei Aggersund versammelten sich 1086 über 1800 Drachenboote, deren Besatzungen si- cherlich England erobert und so die Weltge- schichte verändert hätten. Reste der größten Winkingerburg wurden restauriert. 17.8. Logstör: Gerd liegt mit seiner Bavaria 46 am Außensteg und will über Kroa- tien/Türkei nach Mittelamerika und übt anscheinend auch Hafengeld sparen. Auf meine Bitte ist er für uns vorgerückt. Beim Kaffeeklatsch ist abgesprochen, falls hier kassiert wird, gehen wir ein Stück weiter auf Anker. Fürs Hafengeld gehen wir lieber in das nahe Hotel mit bester Livemusik. Gerd ist weg. Gerade als es dunkel wird steht ein Mann vor dem Boot. What can I do for you ? Pay Kronen one hundred. Künstlerpech ! 2. Hafengeld !

22.8. Wir segeln hoch am Wind. Es gibt einen Ruck. Der Baum wandert leewärts. Die Luvschot hat Lose. Die Schweißnaht vom unteren Großfallblock (siehe Bericht MH-Nr. 115, Hiddensee, Rügen, Usedom zum Nulltarif) ist gebrochen. Ein Griff in die Ersatzteilkiste, eine Schlauchklemme ersetzt die Schweißnaht.

Grena. Warum in den Hafen? Ist sicherlich voll und teuer. Der Strand vor der Mole ist nah und der Wind ablandig. Wir liegen sicher und fahren mit den Rädern in die Innenstadt (nicht lohnend). Kurz vor Einbruch der Dun- kelheit kommt noch ein zweiter Segler hinzu. Normalerweise wollten wir bei 6+ nicht mehr segeln, aber die Küste gibt Windschutz, 1. Reff. Vor Ende Landschutz hinter der Steil- küste drehe ich erstmals ein 2. Reff ein. Die Segel der uns verfolgenden Boote aus Grena wurden immer kleiner. Die See ist jetzt weiß. Plötzlich knallt es. Es ist nichts festzustellen. Später vermissen wir den 30-Liter Duschwas- serkanister von Abolö, der 1/3 gefüllt, seitlich am Mast stand. Schon um 13.30 sind wir in Langör, das Feld der Ankerlieger ist gelichtet, und wir können jetzt in der Nähe des Hafens ankern. Wieder Radtour zum Winkinger- graben und nahem Strand mit aufgewühlter See. Ausführlicher Spaziergang durch die blühende Heide. Ankern Westseite Abolö, Strandnähe. Hier wird der Versuch gemacht, das nicht in Riga vertilgte Bierfaß zu leeren. Der Rest wird in Aldi-Schraubflaschen abge- füllt (weniger empfehlenswert). Lagerfeuer, Grill. Verlegen vor Dunkelheit an Boje. 27.8. Ab Ankerplatz Fanö 8.30. Erst Flaute, dann bläst es doch. Die Großschot hakt unter die BB-Ecke des Sonnendaches und reißt die Stütze aus der sicheren Verankerung. Winter- arbeit: Abweiser unter die Ecken kleben, neue Verankerung. Sicher durch die Untiefen bei Äro/sund und kneifen, damit ich die Ecke Al- sen schaffe. Bei Dyving wird es etwas knapp, aber wir kommen ohne Kreuzschlag vorbei. Ankern Alssund 15.45. Kai Sonderburg mit Einkaufen. Ich radele den Berg hinauf, die Steilküste entlang zu den Düppelner-Schan- zen nebst Museum und Mühle. Das deutsche Ehrenmal wurde bei Kriegsende von angeb- lich Unbekannten gesprengt, heldenhaft ! Die Schlei soll etwas Schutz am Ende der Tour geben und die Bordfrau hat eine Bus- reise nach Brüssel gebucht. Wir wollen wie- der nach Schleswig segeln, nicht motoren. Wir liegen im Windschatten der Bäume auf 54 36.676/9052.714, Tiefe 1,4 Meter, hinter einen Sandhaken. Eine Kielyacht landet in der Nähe direkt auf diesen Sand und kommt trotz längerem Wühlen nicht mehr frei. Hilfe ist angesagt. Anker auf, bei unserem Tiefgang kriegen wir den wieder flott. 50-Meter-Leine, Fender daran festbinden und Leine herüber- treiben lassen. So war das von mir gedacht.

Leider klappt das mit der Leine nicht so richtig. Sie wird auch 2-3 Mal nicht gefangen. Beim Anziehen verfängt sich die Leine unter den Dollen des Beibootes und der Dollen ver- schwindet auf Nimmerwiedersehen. Leider nimmt die Kielyacht Kontakt mit uns auf, was eine Schlagstelle und einen langen Kratzer verursacht. Dummerweise ist auch noch die Ruderstange eingeknickt. Hätte besser laufen können. Im Windschatten der Bäume sah das Manöver recht leicht aus. Vor dem Wind zurück nach Kappeln, nebenbei Dollensuche. Die Bordfrau geht von Bord und ich in Kap- peln hinter der Brücke vor Anker. In Kappeln ist Speckregatta und ich habe einen Logen- platz. Der Fischer meint im interessanten Gespräch (-keine Fische in der Schlei, weil der Wasseraustausch bei Schleimünde zu gering ist ? Lösung: Zweiter Graben beim Neubau Olpenitz !!) so nebenbei, man könne hier nur eine Nacht liegen. Der nette Wasserschutz- beamte sagt drei Tage sind erlaubt (sonst wäre das Wegelagerei) aber wenn ich ein paar hundert Meter weiter verhole, sähe das schon wieder anders aus. Es sind sechs Windstär- ken gemeldet.

Bei meiner Abendtour sehe ich am Aushang des ASV, daß es Zehn werden könnten. Leider ist es fast dunkel und die Kai ist gut belegt. Also den schweren Anker als Reitgewicht an die Kette. Jetzt habe ich alle vier Anker gesetzt. Bei dann ablaufendem Wasser bekomme ich den Hauptanker nicht mehr hoch, die Kette liegt straff unter dem Rumpf, das Boot steht quer zur Strömung. Bei Stauwasser geht es dann. Der Reitanker ist, da er nicht in die Kette geschäkelt, son- dern mit einem großen Schäkel freilaufend befestigt war, beim Hochziehen auf den Bruce gerutscht. Ohne Ankerwinsch hätte ich das einhand nicht geschafft. Nachrichten von zu Hause: Der Winterlagerplatz ist mal wieder gefährdet. Stefan Hüttermann bietet Ersatz an. Radtouren bis nach Damp 2000 bringen Abwechslung. In Damp wird nach Quadrat- metern berechnet. Im Hafen würden wir EUR 30 zahlen.

Bei Ellenberg will ich den Kat direkt auf den Strand setzen. Heckanker zu früh geworfen, die 50-Meter-Leine muß angelängt werden. Bei der Lose fängt die BB-Schraube die Leine, der Motor muß hochgedreht werden. Die Kurbel rastet aus und dreht sich wie ein Windrad, fällt an Deck und verschwindet im Wasser. Trotz aufwändigem Suchen im Neoprenanzug ist diese nicht mehr auffind- bar. Mit Bordmittel wird schnell eine neue Kurbel gefertigt. Glück, die Flex läuft mit Bordmitteln. Waltraud ist wegen des kalten Wassers unten herum etwas mitgenommen. Wir müssen uns doch wohl langsam auf den Heimweg machen. Nachts dreht der Wind und morgens liegen wir nicht mehr am Strand sondern auf der 50-Meter-Leine. Der Knoten vom kleinen Landanker hatte sich ge- löst, die zweite Befestigung, der Spaten hing lose an der Leine, da er alleine das Boot nicht am Strand hielt. Noch ein kleiner Abstecher nach Schleswig. Endlich paßt der Wind. Die Brücke in Lindaunais schließt vor unserem Bug und für einen kleinen Segler wird es bei diesen Wind recht ungemütlich. Auch unser Boot driftet etwas vor Anker.

4.10. ist Tag der Deutschen Einheit. Wir wollen möglichst in die Innenstadt. Anfrage unter der Hörn-Tel-Nr.: Ob ich auf der Liste stehen würde. Also mal wieder ankern. Lö- sung: Tirpitzmole !? Vorher schmeißen wir das Eisen noch vor den Strand Möltenort, denn ich war noch nie am Ehrenmal. Beim Rundgang im Hafen kommt Peter Meinecke angerannt und lädt uns zum Bier ein. Er will mit seinem Tri unbedingt 25 Knoten laufen. Uns reichen 10. 3. Ankerversuch Tirpitzmole, verdammt flach in Ufernähe, komisches Kraut. Ich bringe den Pflugschar am 30.9. fast bis an Land und ansonsten liegt der Kat auf der Kette. Am 4.10. morgens erscheint ein Boot der Wasserschutz. Ankern verboten, da Hafengebiet, außerdem sei eine 200-Meter Sicherheitszone notwendig. (50-Jahre Marine mit Gottesdienst auf der gegenüberliegenden Fregatte Sachsen). Wir motoren zum Außenanleger Seebrück und kommen noch rechtzeitig zur großen Parade, mit bestem Platz vor der Tribüne. Am Abend vorher hatten wir reichlich Gelegenheit die Länderdarbietungen anzuschauen. Im Bay- ernzelt hatten sie nicht mitbekommen, daß unser Landesfürst und Gastgeber anwesend ist. Erst ein Hinweis veranlasste die Kapelle zu einem Ständchen. Nach dem Umzug stau- ten sich die Massen und die leicht nach unten gebogene Hörn-Brücke wurde Einbahnstraße. Wir waren auf dem Weg zum Heimathafen. 131 ausgewählte Bilder (überwiegend An- kerplätze) hierzu unter fotoalbum.web.de/gast/raminalexander/06_archenoah Die Riga-Reise ist unter www.archenoah.ramin-tornesch.de zu finden

Erwin gibt noch mehr Tipps zum Ankern in Tidengewässern am Ende dieser Ausgabe.

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