Baltic-Cup 2008
Johannes Frost, Stephan Hüttermann
Stephan Hüttermann, Inhaber der Balticat Werft in Grödersby und auch in Arnis bei Kappeln sowie Johannes Frost aus Kiel hatten eingeladen und 11 Schiffe waren dem Ruf an die Schlei gefolgt. Die Meldungen umfassten ein breites Spektrum an Fahrtenkatamaranen und einen Trimaran.
Ergebnisse Baltic Cup 2008 - berechnet
| Bootstyp | Schiffsname | Skipper | 1. Race | 2. Race | 3. Race | 4. Race | Summe | Platz |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Lagoon 380 | Leka | Olaf Keim | 1 | 1 | 2 | 1 | 5 | 1 |
| Lagoon 410 | Magic Cloud | Johannes Frost | 2 | 2 | 3 | 2 | 9 | 2 |
| Lousianne | Mai Tai | Arne Wölper | 4 | 3 | 1 | 3 | 11 | 3 |
| Format 1100 | Träumer | Eckhart Ochernal | 5 | 4 | 5 | 6 | 20 | 4 |
| Leopard 45 | Saturn | Bertram Hartmann | 8 | 5 | 4 | 4 | 21 | 5 |
| Balticat 42 | Alea | Michael Schrade | 6 | 6 | 6 | 7 | 25 | 6 |
| Balticat 42 | Baltic Sun | Lothar Hennicke | 3 | 10 | 10 | 5 | 28 | 7 |
| Maledives | Philippines | Peer Zelder | 7 | 7 | 7 | 8 | 29 | 8 |
| Woods Saphir | Ramtha | Lothar Rutha | 10 | 8 | 9 | 9 | 36 | 9 |
| F-31 | Triana | Christoph Wentland | 9 | 9 | 8 | 10 | 36 | 9 |
| Eigenbau | Arche Noah | Erwin Ramin | ./. | ./. | ./. | ./. | ./. | ./. |
Am Samstag den 24.5.2008 erfolgten 3 Regatten
und am Sonntag konnte noch eine kurze
Regatta gesegelt werden. Bei sehr konstantem
Ostwind wurde zwischen zwei verankerten
Fendern etwas südlich von Olpenitz nahe
der Küste gestartet. Die Luvtonne bildete die
Sperrgebietstonne Nr. 7 in ca. 1,2 sm Entfernung.
Die erste Regatta wurde als Up and
Down zurück zur Startlinie gesegelt. In diesem
Race setzten sich die Lousianne von Arne/
Jan Wölper und die Lagoon 410 von Johannes
Frost schnell ab und gingen dann auch als
erste und zweite durch das Ziel. Die zweite
Regatta führte nach der gleichen Kreuz zur
Sperrgebietstonne dann weiter zur Ansteuerungstonne
vor Schleimünde und danach
zurück zur Startlinie. Ein klassisches Dreieck
ohne direkten Vor-dem-Wind Kurs. Da die
Fender nur schwer auszumachen waren, mussten
einige Schiff einen heftigen Haken am
Ende des Kurses segeln. Es hatte wohl keiner
die MOB Taste gedrückt und sich auf die Augapfel
Navigation verlassen. In dieser Wettfahrt
konnte die Leopard 45 mit Cup-Urgestein
Bertram Hartmann (sicherlich auch mit regattatauglichen
Laptops im Gepäck) zeigen, dass
auch das größte Schiff in der Flotte durchaus
Chancen auf einen Sieg hat, wenn es denn mal
ein bisschen mehr Wind hat.
Das dritte Race wurde als Langstrecke einmal um das Sperrgebiet herum gesegelt. Magic Cloud mit Johannes als Skipper und vielen weit angereisten Tatkräftigen zog den nagelneuen Gennaker, schaffte es aber nicht, den Träumer (Format) zu überholen, da dieser immer wieder einen Luvkampf startete, der mit dem Gennaker aber nicht zu gewinnen war, zudem auf der anderen Seite das Sperrgebiet blockierte. Magic Cloud verlor hierbei wertvolle Minuten und musste sich auch in dieser Regatta mit einem gesegelten zweiten Platz zufrieden geben. Den ersten Platz belegte wieder die Lousianne. Auch wenn der Kurs viel Staßenbahnfahren enthielt, war die Spannung groß und das Regattafieber voll entbrannt.. Nach der ersten Wettfahrt schied die BalticSun leider aufgrund eines unverschuldeten Rammings zunächst aus, machte aber in der letzten Wettfahrt am Sonntag schon wieder mit. Am Samstagabend gab es Bier und Schmalzbrote im alten Fischereihafen von Maasholm. Nach eingehender Analyse des Tages wanderten die Regattacrews anschließend in den draußen aufgestellten Pavillon des Restaurant Schleieck, um eine warme Mahlzeit einzunehmen. Mit dem Sonnenuntergang verabschiedete sich auch der letzte Wärmespender und die Crews pendelten zurück zu den Schiffen um einen letzten „Schluck“ im geschützten Cockpit oder Salon zu genießen. Nur Werftchef Stephan lag da noch geschäftig am Heck der Baltic Sun, um das durch das Ramming entstandene 75x15 cm große Loch zu laminieren. Der Sonntag bescherte weiterhin schönen Ostwind um 20 Knoten und Stephan startete eine weitere kurze Regatta. Zügig ging es von der Linie Ansteuerung Schleimünde und rote Fahrwassertonne um 10:00 in Rich tung Tonne 6 des Sperrgebietes. Mit guten 8 Knoten rauschten die Schiffe in Höchstfahrt in Richtung Süden. Das Feld lief im ersten Drittel recht eng zusammen und man konnte Trimmveränderungen und damit verbundene Geschwindigkeitsänderungen sehr gut erkennen. Der Großteil der Schiffe ging fast geschlossen um die Leetonne um dann wieder zurück zu Startlinie zu segeln. Im Ziel konnte sich die Lousianne nur knapp vor der Lagoon 410 behaupten. Es folgten der Träumer und die Leopard 45.
Die Preisverteilung fand anschließend im alten Fischereihafen von Maasholm statt. Jutta und Stephan hatten für alle Teilnehmer tolle Preise parat. Für das immer schnellste Schiff von Jan gab es eine Hängematte und Spiele, um nächstes Jahr die Zeit zu überbrücken bis die nächsten Schiffe die Ziellinie gefunden haben. Oder es durften die neuen Besitzer der ALEA bereits eine Panama Flagge ihr Eigen nennen, schließlich befindet sich die ALEA auf dem Weg nach Portugal, und wenn kein anderer Balticcat dazwischen kommt (z.B. wie das Ramming mit der Baltic Sun) wird auch noch Panama erreicht. Siegerschiff war die von Olaf und seiner Frau souverän gesteuerte LEKA, eine Lagoon 380, die nicht nur hervorragend getrimmt wurde sondern auch bei den Starts ihr Können gezeigt hatte. Als ersten Preis gab es neben einer Segelreise von Irland nach Frankreich (gespendet von Stephan Hüttermann) auch den „wunderhübschen“ Baltic Cup-Wanderpokal. Für Johannes von der Magic Cloud gab es Aufmunterndes zu trinken. Er strahlte auch besonders, hatte er doch sehr lohnend mit Gennaker und Faltpropeller im Frühjahr hoch investiert. Auch gab es für Lothar, Skipper des diesmal langsamsten Cats, überraschend ein Skippertraining auf einem Cat im Mittelmeer zu gewinnen (gespendet von Wolfgang Koch). Saure Gurken, eine rote Laterne und ein Bigpack Tempos ging an Christoph mit seinem Tri mit der höchsten Punktzahl (ein Rennen nicht mitgesegelt). Für 3 gewertete Schiffe gab es dann zudem einen Gutschein der Firma Time Out, für Epoxiharz und Glasgewebe, um strukturelle Schwachpunkte an den Schiffen zu verbessern und damit beim nächsten Cup erfolgreicher zu sein. Etwas enttäuschend war für den Regattaleiter Stephan das Abschneiden der BaltiCats, die ja im letzten Jahr so erfolgreich waren. Die sonst recht flotte Baltic Sun, letztes Jahr noch mit Ralf Weise (Cat Sale) als Trimmer und Taktiker an Bord, fuhr häufig ein wenig orientierungslos im Feld herum. Und die 13 Jahre alte BaltiCat 42 „Alea“ war trotz gewohnter guter Starts wohl ein wenig zu schwer geraten mit dem kompletten Hausstand von Kirsten und Michael, just am Anfang ihrer großen Reise.
Insider behaupten, der Format 1100 von Eckhard hätte gewinnen müssen, hätte er nur nicht zu oft mit einem ersten Reff gesegelt. Und auch Peer mit seiner neuen gebrauchten Maledives hätte gerne besseren Wind gefunden. Aber alles hätte und sollen nützt nichts, wenn die Serie beendet ist und kann immer nur Ansporn für den nächsten Baltic Cup im Mai 2009 sein. Leider nicht an den Regatten nahm Erwin mit seiner Arche Noah teil, ein Beweis aber, dass dabei sein wieder einmal alles bedeutete. Eine Fortsetzung ist jedenfalls garantiert und bei diesen Bedingungen braucht der Baltic Cup keinen Vergleich mehr mit anderen Regatten zu scheuen, meinte auch die mitsegelnde Astrid Haupt (Mallorca Cup Organisatorin). Auf Grund der vielen Teilnehmerzusagen möchten wir für 2009 die Teilnehmerzahl jetzt schon auf 15 Schiffe beschränken. Der Hafen von Maasholm war recht gefüllt. Wir freuen uns jedenfalls auf 2009 und wünschen allen Teilnehmern bis dahin immer eine Handbreit Wasser unter den Kielen.

