Jade-Multihull-Tage Wilhelmshaven 2008
Claas Schwandt
Wie in den Jahren zuvor, hatte die Regionalgruppe Weser-Ems zur Regatta nach WHV eingeladen. Dieser Einladung folgten dieses Jahr trotz schlecher Wettervorhersage: Harald und Jörn (DF1000), Karl-Georg und Bernd (DF 920), XXX und Ralph (Corsair 24), Iris, Jens und Carsten (Tri Eigenbau), Peter und Ras- mus (F-9A), Ilka, Niklas, Michael und Christoph (Maram), Jan und Olaf (Edel26), sowie unser bewährter Starter Hansi mit Crew Uwe auf seiner Escale39 und Stefan und ich auf einem F20Predator Rennkat zur Begleitung. Daniela und Lea Fee kamen zum Start, um den Tag über für Kaffee und Kuchen zu sorgen. Die Veranstaltung begann Freitagabend mit einem gemeinsamen Essen und der Steuermannsbespre- chung. Die Startfolge wurde erklärt, original nach §26 der ISAF-Regel. Meldung aus der Runde: Man wäre älter, die Augen …, kurzum: Die Flaggen seien zu klein. Kein Problem, da wurden eben weiße und blaue Hemden herausgeholt, deren Größe sollte reichen. Es kam der Hinweis, dass der Start nach Möglichkeit Punkt 10h erfolgt, jedoch immer die Signale zur vollen Minute kommen würden. Michael: „Ich habe keine Funkuhr an Bord“. „Nimm eine normale Uhr“, „Habe ich vergessen“, „Dann nimm halt eine Eieruhr, Sanduhr, Sterne, was auch immer…“ Eieruhr, Sanduhr, irgendwie klickte da eine Verbindung zum Spi, denn so kunstvoll wurde selten ein Spi zum Zeitnehmer umfunktioniert … Maram gibt die Zeit vor: Noch fünf… …vier… …eine Minute… …Traumstart!
Bereits vor dem Start kam der Edel wieder an der Startcrew vorbei in den Hafen zurück: „Jan, was ist los?“ „Ich habe den Lümmel verloren“. „Ist Olaf über Bord?“. „Ne, da isser ja“. Und während die Recken draußen den Naturgewalten widerstanden, wurde Jans Großbaum wieder am Mast befestigt.
Harald hatte sich mit Jörn, selber Eigner einer DF800, verstärkt. Er hatte aber nicht bedacht, dass Jörns Tri im Revier „Jever-Pilsener-Kutsche“ heißt. Dementsprechend grün-weiß sah es bei Harald an Bord aus, und in den Pausen sowie nach Bootshausschließung bot Haralds Boot Asyl für die Durstigen.
Beim Segeln waren die Fässer aber eher hinderlich, und der immensen Beladung vermochte das Groß en: Es riß direkt vor nicht standzuhalten: Es riß direkt vor dem Ziel, immerhin unterhalb des ersten Reffs . Zur Mittagspause gab es Gulaschsuppe. Der Koch, ansonsten Monohuller aufpäppelnd, hatte ob des Starkwindes den Fleischanteil auf geschmeckte 99% erhöht; alleine die Suppe war die Anreise wert. Danach packte Daniela die Skipper bei Ihrer Kaffeekochehre: Treffen in 15min im „Café Dreibein“, jedes Boot möge bitte eine frisch gefüllte Thermoskanne, Teller und Tassen mitbringen. Für den Kuchen hatte Daniela gesorgt, und so gab es einen leckeren Nachtisch.
Zwischendurch hat natürlich auch Michael seine Uhr auf Null zurück gesetzt.
Zweiter Lauf: Harald und Jörn hatten nach dem vorletzten Platz im ersten Lauf einen Plan: Sie wollten nach vorne. Abends beim Bier hatten sie Gesprächsfetzen aufgenommen: Stefan und Steuern wäre eine perfekte Kombination. Er wurde mir abspenstig gemacht. Gewundert haben sich die beiden dann doch, als Stefan von Abschreibung auf Höhe statt Abdrift sprach… Leider unterlag dann bei abflauenden Winden die Geschwindigkeit einer kalten Progression, im zweiten Lauf konnten sie aufgrund des wegen des Risses gerefften Groß nur das Ergebnis halten.
Nach dem harten Kampf gegen Wind und Wet- ter beschlossen Iris, Jens und Carsten, es mit antizyklischem Segeln zu probieren: So wurde wegen des abflauenden Windes im zweiten Lauf die Sturmfock gesetzt. Trotzdem blieben sie hoch konzentriert. Anders ging es bei Bernd und Karl- Georg zu, die sich mit Ralph verstärkt hatten, der im zweiten Lauf seinen Corsair schonte. Am Sonntag gab es in Haralds Heimathafen das große Kopfschütteln: Freitag bei 7-8 Bft fährt er unter Vollzeug weg, und segelt Sonntag bei 3 Bft gerefft nach Hause. Komische Leute, diese Multihuller, mag da mancher gedacht haben.
Das Zielhemd wurde doch tatsächlich noch übersehen, nächstes Jahr muss wohl Christophs Garderobe herhalten.

