Multihulls auf dem GRAND PAVOIS in La Rochelle
Uwe Petersen fand Katamarane und Trimarane für jeden Geldbeutel von 2.000 bis 2.000 000 Euro
„Wie ein Schleier staubt der Regen“, diese Zeile von Reinhard Mey fällt mir plötzlich ein, als die Ryanair Maschine aus London Stansted am Spätnachmittag in La Rochelle aufsetzt und der Pilot auf der regennassen Piste derartig hart in die Bremsen geht, dass man das Gepäck in den Staufächern rutschen hört. Einen Augenblick später ist mir der Grund für die Vollbremsung klar: Die Piste ist so kurz, dass wir gerade 100 m vor dem Ende zum Stehen kommen. Nachdem ich mein Gepäck aufgesammelt habe, geht es mit dem Bus des ÖPNV bei strömendem Regen ins Stadtzentrum. Mein über das Internet gebuchtes Zimmer ist nur 300m vom Busbahnhof entfernt. Die Pensionswirtin, Madame Orsy, eine Dame von ca. 70 Jahren stellt mein Französisch auf eine harte Probe, so schnell wie sie spricht. Mein Zimmer ist im 4. Stock, direkt unter dem Dach, das Treppenhaus ist so eng, dass ich Mühe habe meinen Koffer da hoch zu bekommen. Die Einrichtung ist echt antik, die Möbel sind ein bisschen wackelig, aber es ist urgemütlich, nicht zuletzt weil der Regen direkt draufprasselt.
Inzwischen ist es 19:30, ich brauche noch etwas zu essen, ein Spaziergang wäre sowieso nicht schlecht. Leider muss ich feststellen, dass die meisten Läden schon geschlossen haben, aber aufs Restaurant habe ich heute auch keine Lust. Dann finde ich am alten Hafen doch noch einen kleinen Supermarkt, in dem ich mich mit der landestypischen Verpflegung, Baguette, Käse und Rotwein versorgen kann. Zurück in der Pension mache ich es mir dann mit einem Buch und einem französischen Abendbrot gemütlich. Bald merke ich, wie anstrengend die 3 Tage Verkaufstraining bei meiner englischen Mutterfirma waren, am Rotwein kann es ja nicht liegen, dass ich kurz vor 10 im Bett liege. Vor dem Einschlafen wünsche ich mir noch besseres Wetter für den nächsten Tag.
Freitag morgen haben wir, wie wir Segler sagen, typisches Rückseitenwetter, klare Sicht, einzelne kurze Schauer, meistens jedoch ist es heiter mit intensivem Sonnenschein. Nach dem Frühstück, mit Croissants und Grand Café au lait, geht`s dann endlich los. Der Rest vom Abendbrot incl. der noch halbvollen (wer hätte das gedacht) Rotweinflasche kommt in den Rucksack. Zum Messegelände sind es sicher 3 km, aber ich habe mich entschlossen, zu Fuß zu gehen, möglichst immer am Wasser entlang, dann kann ich das Ausstellungsgelände nicht verfehlen, die Boote sind hier im Gegensatz zu den meisten anderen Messen alle im Wasser.
La Rochelle ist einer der wichtigsten alten französischen Atlantikhäfen, der Bereich um den alten Hafen ist ein Gewirr von Gassen mit kleinen Läden, Kolonnadengängen und natürlich unzähligen Bars, Restaurants und Bistros, insbesondere direkt an der Wasserfront. Die Stadt ist ursprünglich um den Hafen herum gebaut worden und dann gewachsen, die alten Stadtbefestigungen und Kirchen aus dem typischen graugelben Gestein wären sicherlich eine Besichtigungs- und Kulturreise wert, aber leider habe ich nur den einen Tag hier. Im alten Hafen gibt es anscheinend immer noch Liegeplätze für Yachten, ob man da einfach so reinsegeln kann, könnt Ihr ja mal im Hafenhandbuch nachsehen. (FOTO 1)
Jetzt aber auf zu den Booten. Wenige Meter neben dem romantischen alten Hafen beginnt der industrielle Hafenbereich mit diversen Werften und Ausrüstern. Gleich hinter dem riesigen Meereskundemuseum ragen 3 riesige, aber filigrane Masten auf. Als ich näher ran gehe, finde ich 3 Superrennyachten, aufgebockt auf einer Pier. Die Kiele sind messerscharfe, 5-6 m lange Schwerter mit je einer torpedoförmigen Bombe unten dran. (FOTO 2) Auf allen 3 Booten turnen etliche Leute rum, die irgendetwas montieren oder putzen. Meine Zimmerwirtin hat mir beim Frühstück voller Stolz erzählt, dass in La Rochelle die schnellsten Yachten der Welt ausgerüstet werden. Was es hier nicht gibt, gibt es überhaupt nicht. Deswegen ist La Rochelle auch Start- Ziel- und Etappenpunkt großer Hochseeregatten. Gleich um die Ecke liegen dann in einem abgeschlossenen Kanal die ersten Katamarane, einfach so, 4 Stück Lavezzi von Fountaine-Pajot, gegenüber 3 Lagoons, auf dem gegenüber liegenden Kai ist eine Privilege aufgebockt. Na prima, denke ich mir: Man, you came to the right place.
Zum Ausstellungsgelände ist es dann doch weiter als ich gedacht habe, nach ca. einer halben Stunde erreiche ich den modernen Yachthafen. So viele Masten auf einmal habe ich noch nicht gesehen, es muss sich um eine der größten Marinas überhaupt handeln. Das müssen Tausende von Schiffen sein. (FOTO 3) Gleich am Yachthafen, durch eine befahrbare Mole getrennt, ist dann endlich das Ausstellungsgelände. Der Eintritt kostet moderate 10 Euro, als erstes muss man sich durch die Stände mit diversen Gummibooten aller Größen mit Motoren bis zu Hunderten PS durchkämpfen, da sind sie dann endlich, die Yachten. Zwei Schwimmpontons sind praktisch komplett mit Katamaranen belegt. Man merkt sofort, dass die französischen Hersteller Heimspiel haben. Wie sich später feststelle, sind die gesamten Paletten von Fountaine Pajot und Lagoon ausgestellt.
Aber alles der Reihe nach. Ich fange systematisch mal ganz rechts auf dem ersten Steg an. Hier liegt als Blickfang das Flaggschiff von Fountaine Pajot, die Eleutheria 60 für knapp 1,2 Mio Euro. (FOTO 4) Gleich dahinter wird es immer nobler, da liegt die Catlante 600 von Catlantech für 1,5 Mio, dann die Privilège 65 für knapp 2 Mio Euro, alle Preise sind natürlich ohne Extras, die Privilege 495 geht beinahe unter daneben. Besichtigung ist hier nur möglich für besondere Gäste mit Voranmeldung, in den dazugehörigen Pavillons lächeln mich hübsche junge Französinnen in weißen Blusen und schicken engen Hosen freundlich an, lassen mich aber nicht an Bord. Na gut, dann kaufe ich meine Yacht eben woanders. Übrigens, aus zuverlässiger Quelle konnte ich in Erfahrung bringen, dass bei diesen Schiffen auf der Übergabefahrt immer 2 dieser Damen, eine blond, eine dunkelhaarig, im Preis enthalten sind. Jetzt ist mir endlich klar, warum der erste Törn Jungfernfahrt heißt. Gegenüber am selben Steg liegen ein Fountaine-Pajot MotorCat, ein riesiger Day Cruiser mit zig Decksplätzen, eine Outremer 55 und einige größere Monohulls.
Am zweiten Steg wird es dann schon eher interessant für mich, der ja mal eine Weltumsegelung machen möchte. Obwohl hier auch überall steht, Besichtigung nur nach Voranmeldung, erliegen die hübschen Hostessen hier meinem Charme und laden mich ein an Bord zu kommen. So kann ich mehrere Lagoons und Fountaine-Pajots (FOTO 5) vergleichen. Bei beiden Herstellern sind dieselben Trends zu beobachten. Für den Einsatz im Chartermarkt werden die Schiffe bei gleicher Länge immer höher und voluminöser. Insbesondere bei Lagoon ragen die Aufbauten mittlerweile wie bei Kreuzfahrtschiffen riesig hoch auf, was in Stehhöhen von 2,20 m oder mehr im Salon resultiert. Bemerkenswert ist bei den Booten ab 44“ Länge die Verlegung der Steuerstände auf das Oberdeck mit Führung aller Leinen dorthin. Mithilfe von Elektrowinschen kann (angeblich) die Yacht von einer Person alleine bedient werden. Der Skipper oder Rudergänger thront etwa 4 m über dem Wasser mit freier Rundumsicht, das Feeling ist zugegebenermaßen nicht schlecht, man hat wirklich den Eindruck ein echter Kapitän auf der Brücke der AIDA zu sein. Ich habe mich nur gefragt, was macht man auf so einem Boot bei Windstärke 8 und Schauerböen??? Für jedes Manöver muss man raus, ganz nach oben krabbeln, und dann sitzt man da ungeschützt im Wetter. Das Ganze macht nur als Badeboot Sinn oder vielleicht mit einem gecharterten Skipper, der dafür bezahlt wird, sich durchnässen zu lassen. Ein anderer Trend ist der Einbau eines „Picknickplatzes“ vor dem Salon. (FOTO 6) Diese Idee ist nicht schlecht, in der Praxis ist der Platz auf dem Vordeck immer sehr beliebt, warum sollte man dann nicht auch einen bequemen Sitz dafür vorsehen. Die kleineren Yachten von Lagoon und Fountaine- Pajot sowie die Nautitech 40 und 47 und die Catana 50 sind klassisch, mit ein oder 2 Steuerständen auf dem Achterdeck, allen ist gemeinsam, dass die Sanitär- und Nassräume immer komfortabler werden und natürlich auch immer mehr Platz in den Rümpfen beanspruchen. Am selben Steg liegen noch 2 nicht-französische Hochseekatamarane, die tapfer die Fahne gegen die lokale Übermacht hochhalten.
Eines der beiden Schiffe kommt aus Australien, die 40“ Fusion 40, ein typisch australisch aussehender, eleganter schlanker Kat in klassischer Ausführung mit Hardtop gegen die harte südliche Sonnenstrahlung.
Der andere Exot ist die aus Kanada stammende ANTARES 44 von PDQ. Da dieses Schiff vom Hersteller als der ultimative Live-Aboard Katamaran für die jahrelange Weltumsegelung angepriesen wird, habe ich mir mal alle Feinheiten zeigen lassen. Das Konzept ist tatsächlich anders. Es gibt eine Eignerkabine mit wirklich Platz und komfortablem Sanitärbereich. Für eventuelle Gäste gibt es eine wesentlich schmalere Kabine im Backbordrumpf und eine Hundekoje für einen fünften Mitsegler. Wo immer möglich, sind diverse Schubladen und Staufächer untergebracht, die ihren Namen auch verdienen.
Die Schränke sind auch wirklich welche, die Kombüse ist eine Küche wie zu Hause. Das Boot wird serienmäßig mit Klimaanlage, Heizung, Waschmaschine, Wäschetrockner, Stereoanlage, mehreren Fernsehern usw. ausgeliefert. Wohnen alleine macht aber noch keine Weltumsegelungsyacht, deshalb ein paar Worte zur Technik: Der Rumpf besteht aus geschlossenporigem Schaum mit je nach Belastung unterschiedlich starken Glasfaserlaminaten außen und innen, das macht das Boot leicht und trotzdem stabil. Der Antrieb verzichtet auf Saildrives, die Motoren sind deshalb mittschiffs in den Rümpfen unter den Bodenbrettern installiert. Wegen des dort beschränkten Platzes sind spezielle, sehr klein bauende Yanmar Diesel verwendet worden. Alle Leinen sind in einem Kanal unter dem Salonboden nach achtern geführt. Es gibt keinerlei Stolperfallen auf dem ganzen Deck. Am Steuerstand sind 4 elektrische Winschen für die Einhandbedienung des gesamten Schiffes montiert. Es gibt 2 Anker mit 2 Winschen, die Segel fallen mithilfe der Lazyjacks in eine stabile verschließbare Auffangwanne. Die Navigationsausrüstung ist überkomplett mit allem, was die moderne Elektronik so hergibt. Die gesamte Verkabelung und Installation macht einen hervorragenden Eindruck, man kommt überall ran zum Reparieren. Das ganze hat natürlich seinen Preis, ca. 800.000 USD, das sind momentan ca. 550.000 Euro. (FOTO 7)
Dann ist Mittagspause. Ich setze mich auf eine der Bänke und zücke meinen Restkäse nebst Baguette und Rotwein. Nach wenigen Minuten fragt mich jemand auf Amerikanisch, ob der Platz neben mir noch frei ist. Wir unterhalten uns etwas über unsere Eindrücke, dabei erwähne ich irgendwie das Thema Stromversorgung an Bord. Mein Nachbar fragt sofort, ob ich schon mal was vom Hybridantrieb gehört hätte. Na klar, habe ich, und lasse die Stichworte Solomon Drives und Fischer Panda fallen. Daraufhin zückt mein Amerikaner sofort seine Visitenkarte und stellt sich als Dave Tether vor. Eingeweihte wissen, dass er die treibende Kraft hinter Solomon Drives war. Damit ist für die nächste Stunde elektrische Schiffsantriebstechnik angesagt. Nachdem ich mich auch als Ingenieur zu erkennen gebe, der früher mal mit drehzahlgeregelten Antrieben zu tun hatte, akzeptiert Dave mich als Fachmann und erzählt mir einige interessante Fakten aus der Geschichte der Hybridantriebe. Er hat mit der Technik begonnen, als es darum ging, für öffentliche Schiffe, Lotsenboote, Schlepper usw. kompakte elektrische Antrieb zu entwickeln. Solomon Drives hat dabei auf den Gleichstrommotor gesetzt, da die Batterien ohnehin Gleichstrom haben und aus der Welt der Notstromversorgung die Schaltungstechnik für die Spannungen 48V und 144V standardmäßig verfügbar war. Dann wurden die ersten Schiffsantriebe für kleine Yachten entwickelt, die auf 48V basierten. Die dafür erforderlichen kleinen Generatoren waren hier das Problem, bei Fischer Panda wurde man dann fündig. Fischer Panda witterte ein großes Geschäft und beteiligte sich an Solomon Drives. Eine Zeitlang ging das gut, bis bei Fischer Panda die Entwicklung sich in Richtung frequenzgesteuerte Asynchronmotoren drehte.
Wer sich mit der Materie beschäftigt hat, weiß, dass Fischer Panda mittlerweile das gesamte Antriebssystem incl. Motoren und Saildrives anbietet, die Elektrik arbeitet mit 400 V und Hochfrequenz. Dave wollte diesen Weg nicht mitgehen und wurde praktisch aus seiner eigenen Firma herausgedrängt. Er glaubt nach wie vor an den Gleichstromantrieb (ich übrigens auch) und hat seine eigene neue Firma gegründet, die sich E-Motions Hybrids nennt. Er arbeitet jetzt mit Benetau (Lagoon) an der Entwicklung von neuen serienreifen Hybridsystemen, der bisherige Elektroantrieb wurde in der Lagoon 440E immerhin über hundertmal verkauft und ist weiterhin in der 420E zu haben. Im Herbst wird die erste Lagoon 500 mit einem neuen Antriebssystem bei der ARC in die Karibik überführt. Die treibende Kraft bei Bénéteau in Richtung Elektroantrieb ist die Zuverlässigkeit und Robustheit im Charterbetrieb. Yachten, die 3-5 Jahre verchartert wurden, benötigen in der Regel beim Verkauf neue Dieselmotoren für viel Geld, ganz zu schweigen von den hohen Wartungskosten während des Betriebes. Alle Hybrid-Lagoons, die bisher im Charterbetrieb sind, benötigen nur hin und wieder neue Batterien, die eigentliche Elektrotechnik ist verschleißfrei.
Da Fischer Panda als Lieferant für die Generatoren nicht in Frage kommt, arbeitet Benetau jetzt mit Volvo zusammen. Volvo sieht seine Felle als Lieferant von Bootsmotoren davonschwimmen, wenn sich der Hybridantrieb durchsetzt, also will man dort in Zukunft wenigstens an den Generatoren verdienen. Dave und ich sind uns einig, dass mit dem Durchbruch in der Lithium-Ionen Batterietechnik in der Automobilindustrie auch der massenweisen Einführung im Yachtbau nichts mehr entgegensteht. Daraufhin gehen wir noch am Stand von MUMM einen Champagner trinken und verabschieden uns. Das Thema ist damit bei weitem nicht erschöpft, aber mehr würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Wer mehr wissen will, gibt einfach Dave Tether by Google ein, da findet man etliche Links incl. YouTube Videos vom Meister selbst.
Danach geht es zurück zur Bootsbesichtigung. Neben den großen Serienherstellern nun zu den etwas „anderen“ Multihulls, die für unsere Klubmitglieder sicherlich nicht weniger interessant sein dürften. Da wäre einmal die Firma „EDEL“. EDEL stellt 2 Kats von 33“ aus, einen sehr leichten offenen mit Einstieg in die Rümpfe über Klappluken, und einen „richtigen“ Deckssalon-Katamaran, der einen sehr ausgereiften, professionellen Eindruck macht. (FOTO 8) Dort ist aber immer so viel los, dass ich nicht an Bord kann. Neben den EDEL Kats liegt ein Einstiegerkat von BICOK (FOTO 9, links Edel, rechts Bicok) für 29.500 Euro, die Marke kannte ich bisher nicht. In die beiden Rümpfe steigt man wie bei dem leichten EDEL Kat durch Luken ein, das Boot ist sicherlich interessant für den sportlichen Wochenendsegler, evtl. auch für Binnengewässer (FOTO 10). Ein weiterer mir unbekannter KAT mit 23,5“ kommt von (FOTO 11) AVENTURA, ein ähnliches Design wie bei EDEL, für einen Einstiegspreis von 37.000 Euro incl. Motor.
Bei den Trimaranen sind Corsair und Dragonfly vertreten, Farrier habe ich nicht gefunden. Bei den Trimaranen gibt es anscheinend immer wieder Leute, die sich trauen, neu in den Markt einzutreten. Am Quersteg finde ich nämlich plötzlich zwei Trimarane mit 20“ und 28“ der Firma ASTUS (FOTO 12), die beiden Schwimmer sitzen auf Teleskopstangen und lassen sich einfach an den Rumpf schieben. Die Boote sind mit einem normalen Auto trailerbar und werden von den Konstrukteuren als für 2 Personen geeignet angepriesen. Das Ganze sieht mir so ein bisschen nach Folkeboot mit 3 Rümpfen aus, auch bei ASTUS gibt es ein Zelt zum Aufbauen über dem Schiff. Über eine Fußgängerbrücke kommt man an den Strand, wo die Windsurferwelt sich trifft, in einem großen Schwimmbecken werden Kunststücke bei Ventilatorwind und Diskomusik vorgeführt. Und hier finde ich das absolute Highlight der Multihull Welt auf dieser Messe. Hier gibt es die berühmte „Katse im Sack“ zu kaufen, den MiniKat zum Aufblasen, der in einen Sack passt und von einer Person getragen werden kann. (FOTO 13) Dies ist er, der Kat für unter 2.000 Euro.
Dann sind am Strand noch diverse 2- und 3-Rümpfer Sport-Multihulls zu finden. Ich gehe wieder zurück zum Hauptgelände und besuche noch die Touristikhallen, in denen von echten karibischen Mädchen echter karibischer Rum ausgeschenkt wird, um für die französischen Überseedepartements zu werben.
Dann reicht es mir, mit dem Wassertaxi, einer kleinen Passagierfähre, fahre ich zurück zum alten Hafen. Während der 10-minütigen Überfahrt sehe ich erst die wahren Ausmaße des Yachthafens, er ist noch größer als ich von Land aus sehen konnte. Überall liegen Katamarane aller Größen und Typen an den Stegen. Im Hafen genehmige ich mir vor dem Abendessen bei strahlenden Sonnenschein einen Planters Punch in einem der vielen Hafenbistros. Heute abend will ich mir zum Essen dann noch etwas gönnen und bestelle in einem der vielen Restaurants eine Platte mit Austern von der Ile de Ré und Meeresfrüchten satt. Begleitet von einem schön gekühlten Roséwein, ziehe ich eine positive Bilanz der ganzen Aktion. Wer immer sich für Multihulls interessiert, für den ist der Grand Pavois die erste Adresse, so viele Mehrrümpfer auf einmal gibt es sonst nirgends zu sehen. La Rochelle und die vorgelagerten Inseln sind sowieso eine Reise wert. Vielleicht findet der eine oder andere nächstes Jahr den Weg an die Atlanktikküste. La Rochelle ist mit dem TGV bequem zu erreichen. Von Paris aus sind es ca. 3 Stunden Bahnfahrt.

