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Segelurlaubstagebuch zum IMM 2009

von Lea Wentland, 12 Jahre alt

Inhaltsverzeichnis

Tag 1 Sonntag, der 19.07.2009

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Da wir am Morgen alle drei verschlafen hatten, wollten wir eigentlich erst am Montag von Burgtiefe (ein Hafen auf Fehmarn) mit unsrem Corsair 37 nach Gedser segeln. Aber als meine Mutter vom Brötchen holen wieder kam, erzählte sie uns, wie der Wind auf dem Fehmarn Belt am nächsten Tag werden sollte. Heute waren dort nämlich nur 4-5 Beaufort und am nächsten Tag sollten es 6- 7 Beaufort werden. Also entschlossen wir uns, doch noch loszumachen. Kaum aus dem Fahrwasser heraus, wurde sofort die Genua gezogen (das war so ca. um13:30). Der 5stündige Ritt über den Fehmarn Belt schlug mir wortwörtlich auf den Magen (wir waren ja auch auf meinem Lieblings Kurs (zum Erbrechen mit achterlicher Welle). Da der Wind nach ca. einer halben Stunde fast ganz einschlief, konnten wir den Rest des Tages motoren. Endlich im Fischereihafen von Gedser angekommen und gerade festgemacht, kam der Hafenmeister und meinte, uns in den Yachthafen schicken zu müssen, da am Abend die Fischer wieder kommen sollten. Aber er rief im Yachthafen an und berichtete, dass in unserer Breite kein Platz mehr frei sei. Also verlegten wir an ein Baggerschiff.


Tag 2 Montag, der 20.07.2009

Als wir am Morgen von dem Gehupe der Fähre erwachten, hatten wir schon über 20 Knoten Wind. Als wir über die Hafenmauer schauten, spritzte uns die Gischt in das Gesicht. So entschieden wir uns abzuwarten, ob es weniger Wind werden würde. Aber genau das Gegenteil geschah und der Wind frischte auf über 30 Knoten in der Spitze auf. Ca. eine viertel Stunde später lief unser Vereinskollege Willi M. mit seiner Dragonfly 1000 ein. Kaum waren sie hinter uns an das Baggerschiff festgemacht, frischte der Wind auf über 35-40 Kn, in der Spitze sogar auf 43 Knoten auf. Denn das nächste Unwetter zog schon heran, und, wie sollte es auch anders sein, es hörte und hörte nicht auf. Am Abend lud uns der Kapitän des Baggerschiffes, der sich sonst nicht sehen gelassen hatte, ein, sein über 30 m langes Schiff anzusehen. Er zeigte uns die nur 3 Mann starke Besatzung, seine Werkstatt, seinen Kran, die NUR 230 PS starke Maschine und seine Brücke. Er erzählte uns, was er im Moment für einen Auftrag hatte. Er baute nämlich die Fundamente der Windmühlen in der Rödesandrinne 2. 21 Trimarane soweit das Auge reicht

Tag 3 Dienstag, der 21.07.2009

Wir hatten Glück und der Wind flaute über Nacht ab. Wir konnten also unseren Weg nach Kopenhagen fortsetzen. Es war zwar bei dem Flach vor dem Hafen noch etwas Welle, aber das sollte sich bald ändern. Als wir ca.1 Meile später abwendeten und um die Kante der Insel herumsegelten, wurde der Wind wieder mehr. Daher mussten wir ohne den Motor durch den Wind, weil dieser bei der Welle nicht hinunter ging (um das Großsegel zu bergen). Jetzt war alles wieder in bester Ordnung und wir konnten unseren Segeltörn fortsetzen. Kaum im Hafenbecken von Mön angekommen, frischte der Wind zum Anlegemanöver wieder auf.

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Tag 4 Mittwoch, der 22.07.2009

Als wir am Morgen aus Mön ausliefen, hatten wir bis zum Ende von Möns Klint einen guten halben Wind (an diesem Tag zogen wir das Großsegel gar nicht erst hoch. Da gegen Mittag der Wind weniger wurde, zogen wir den Screacher heraus, wofür mein Vater (zwar angeleint) auf den Bugsprit musste (um die Rollanlage einzuschäkeln). Da aber der Wind kurz darauf fast ganz einschlief, musste mein Vater erneut auf den Bugsprit um die Rollanlage des Gennackers einzuschäkeln .Dann fing es an zu regnen und der Wind schlief ganz ein. Meine Mutter und ich gingen rein und mein Vater blieb mit Regenkleidung draußen. Er schloss sich per Funk mit Willi kurz, ob wir nach Rödvik ablaufen oder nach Kopenhagen durchziehen sollten. Sie entschlossen sich für Kopenhagen, denn dann konnten wir gar nicht erst zu spät kommen(und hofften einen besseren Platz im Hafen zu bekommen). Nach zwei Stunden hörte der Regen auf. Meine Mutter ging wieder raus, aber ich blieb drinnen. Erst als wir in den Hafen einliefen, kam ich raus. Aber das mit den Plätzen konnten wir nun vergessen. Wir lagen als letzte ganz hinten, ohne Strom und am weitesten von der Anmeldung entfernt an der Pier. Heute waren es schon mindestens 60 Mehrrumpfboote. 22

Tag 5 Donnerstag, der 23.07.2009

Als wir am Morgen aufstanden, waren es schon über 80 Mehrrumpfboote, und es wurden noch mehr. Wir gingen raus und schauten uns die Schiffe einmal an. Es waren viele Selbstbauten und viele verschiedene Marken aus verschiedenen Ländern gekommen. Klar kannten wir auch viele Leute (vor allen Dingen kannten viele Papa wegen seinen Netzen). Aber ein norwegisches Schiff kannten wir. Eine alte Kelly 42 (Derek Kelsell). Sie lag vor ein paar Jahren an einem Seitenarm der Oste und war sehr heruntergekommen, als wir uns für sie interessiert hatten. Nun aber war sie nicht mehr wieder zu erkennen, sie sah fast aus wie neu. Der Norweger war so wie eigentlich alle Zusammengekommenen freundlich und lies uns sein Schiff besichtigen. Es war klasse was er geleistet hatte. Er erzählte uns, dass er eine 12 jährige Tochter Namens Aileen habe. Am Abend lernte ich auch diese kennen. Sie war genauso nett wie ihr Vater und hatte den gleichen Humor wie ich und wir wurden gute Freunde.


Tag 6 Freitag, der 24.07.2009

Am Morgen trafen die letzten Schiffe ein, und der dänische Verein gab bekannt, dass es nun über 130 Schiffe waren. Dann ging die Langstreckenregatta los, und etwas über fünf verbrachte Stunden mit Aileen später, kam das erste Boot wieder in den Hafen zurück. Es war der My Cat. Dann sahen wir uns die letzten Schiffe an und mein Vater sprach mit den Leuten von den TRT Schiffen (er fand diese Schiffe schon immer interessant). Ich dagegen war mit Aileen und ihrer Chiauaua Hündin Easy(weil sie so leicht ist)unterwegs. Am Abend war das gemeinsame Grillen, was aber für die meisten in das Wasser fiel, weil es anfing zu regnen.


Tag 7 Samstag, der 25.07.2009

Am Morgen war die Kurzstreckenregatta, bei der der Selbstbautri Wildepfer.de 1. wurde. Dann war erstmal Pause, bevor es mit der Dinghi Tour durch den Kopenhagener Hafen weiterging. Das war eigentlich recht witzig, aber ich muss sagen „the little mermaid“ ist wirklich klein! Dann fing es an zu regnen und ein paar Leute drehten um. Aber zum Glück hörte es bald wieder auf. Dann schauten wir uns die anderen Sehenswürdigkeiten an, aber leider fiel unser Motor bald darauf aus und meine Eltern ließen sich abschleppen. Ich stieg in Aileens Schlauchboot um. Das war eigentlich recht lustig und ihre Eltern fuhren mich zu unserem Schiff.

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Tag 8 Sonntag, der 28.07.2009

Am Morgen war noch das gemeinsame Frühstück, dann lösten sich die Päckchen langsam auf. Auch wir machten los und fuhren raus, wo wir dann bemerkten , dass unser Niederholer für das Schwert aus seiner Verankerung rausgerissen war, so dass wir das Schwert mit den Rudern unseres Ruderbootes im Schwertkasten feststecken mussten. Als wir dieses getan hatten, zogen wir das 23 Großsegel mit 2 Reffs hoch, weil es schon über 20kn. Wind waren, obwohl wir noch unter Landabdeckung segelten. Als wir aber aus der Landabdeckung hinaus waren, mussten wir die Fock wieder ein kleines Stück einrollen, da es schon 25 kn. Wind waren. Als wir das erste mal an diesem Tag nass wurden, wussten wir das dies kein angenehmer Tag werden würde. Aber da wir nicht zu spät für die Abnahme eines Kunden nachhause kommen wollten, beschlossen wir uns gegen die 2m. Wellen nach Mön durchzuschlagen. Nach zwei Stunden waren wir wieder unter ein bisschen Landabdeckung und die Wellen wurden wieder niedriger. Da wir alle von Kopf bis Fuß nass waren, wollten wir nach Rödvik ablaufen, was aber daran scheiterte, dass wir genau gegenan hatten und unser Motor nicht stark genug war, um uns nach Rödvik zu bringen. Daher mussten wir noch mal für ca. 1 Stunde auf die offene See, um nach Mön zu gelangen. Als wir an den Kreidefelsen vorbeifuhren, waren wir unter einer solchen Landabdeckung, dass völlige Flaute herrschte und wir uns fast im Leerlauf fortbewegten. Als wir um die Ecke kamen, nahmen Wind und Welle sofort wieder so zu, dass wir Sorge haben mussten, dass wir nicht bis zum Hafen gegenan halten konnten. Aber zum Glück legten wir genau mit Sonnenuntergang am Kai im Hafen von Mön an.


Tag 9 Montag, der 29.07.09

Wir entschlossen uns noch einen weiteren Tag auf Mön zu bleiben, um uns Möns Klint anzuschauen und einen Tag Pause zu haben


Tag 10 Dienstag, der 30.07.09

Wir brachen früh morgens auf, aber da die Welle noch immer sehr hoch war und der Wind nicht viel weniger geworden war, planten wir um und segelten in den Guldbourgsund nach Stubbeköbing, wo wir an einem großen Motorsegler anlegten.


Tag 11 Mittwoch, der 31.07.09

Am Morgen liefen wir aus und hatten noch recht viel Wind bis wir gegen Mittag kaum noch Wind hatten. Als wir aber in den großen See des Sundes kamen, wurde der Wind wieder mehr und wir konnten die Vock wieder heraus ziehen. Als der Sund zu Ende war, hatten wir wieder 25kn. Wind und mußten anlegen. Das Problem war nur, dass der Wind uns immer wieder von der Pier im Yachthafen Gedser in Richtung Steine drückten und wir mit Vollgas in eine kleine Lücke mussten, was aber zum Glück mit ein paar helfenden Händen am Steg gut klappte. Als wir ganz fest waren, ging der Sturm wieder auf 37 kn. Und wir aßen etwas zum Abendbrot.


Tag 12 Donnerstag, der 1.08.09

Der Sturm hatte immer noch recht viel Power und wir mussten wieder einen Tag mehr in Gedser verbringen.


Tag 13 Freitag, der 2.08.09

Wir konnten endlich bei gutem achterlichem Wind nach Fehmarn nach Hause segeln und unseren Urlaub mit einem schönen gemütlichem Segeltag und vielen anderen Booten beenden. Unser Sommerurlaub war außer ein paar Ausnahmen sehr schön und ich freue mich schon auf den nächsten.

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