Strom - Das leidige Thema an Bord
Peter Meincke: Ist die Brennstoffzelle das Ei des Kolumbus?
Es ging ja schnell, dass LED-Leuchten für Boote ihre Zulassung erhielten! Nur die Umrüstung stößt auf Probleme – und so nutzt uns der Fortschritt nur bedingt.
Dafür werden die hungrigen Verbraucher an Bord immer mehr: Plotter, Funk, Handy, Kamera, etc… Gut – heute finden wir fast überall einen Landanschluss – und kriegen so die Kühlbox über Nacht wieder trocken. Und mit Solarpaneelen schaffen wir alle Handys der Crew. Dann sitzen wir an einem heißen Augusttag in Griechenland auf einem Kahn, vor Anker, und der Skipper bewirtet uns mit Campari on the rocks! Seit drei Wochen – ohne einen Landanschluss – läuft auf seinem Schiff eine Brennstoffzelle und versorgt Schiff und Kühlschrank rund um die Uhr mit Strom!
In der Türkei hatten wir unser Honda-Aggregat mit Gummistrops unter den Baum gehängt, um die Batterien aufzuladen. Und trotz Kapselung war die Ruhe in der Bucht dahin. Auf Nachfrage erfahren wir, der Verbrauch in der Zeit mache den Gegenwert einer guten Flasche Wein aus. Das Gerät läuft fast geräuschlos und produziert keine Abgase. Das Ei des Kolumbus? Sicher kann man das Thema auf Dickschiffen vernachlässigen – da gibt es immer mal Flauten oder zu wenig Wind und der Jockel muss ran – und füllt die Batterien. Aber wir leben auf Trimaranen, deren Reiz es ausmacht, dass sie – vor allem auf Langfahrt – leicht bleiben. Da zählt jedes Kilo!
Und da gibt es einen silbernen Kasten mit Henkel, der ca 7,5 kg wiegt und uns aller Stromsorgen entheben soll. So gehe ich ins Internet und recherchiere. Da finde ich unter www.udomi.de Erstaunliches: Offensichtlich gibt es ein ausgereiftes System zur mobilen Stromversorgung, koppelbar mit Solarzellen und automatischer Fehlermeldung via SMS - vorausgesetzt der Netzanschluss ist gegeben.
Da steht „wartungsfrei“, „vollautomatisch“, „fernsteuerbar“ und „einbaubar“- damit diebstahlsicher zu verstauen.
Von einer Ladekapazität pro Tag von 600, 1200 und 1600 Wh – letzteres sogar zusätzlich zu 12 Volt auch für 24 Volt wird das Gerät angeboten. Bis zu 5 Geräten können parallel betrieben werden.39 dB in 1 m Abstand beträgt der Geräuschpegel, von minus 20 bis plus 40 Grad soll es seinen Dienst versehen. Betrieben wird es mit Methanol – 5, 10 und 28 l Kanister werden angeboten. Outdoorboxen in Alu oder Kunststoff gibt es auch – aber wir wollen ja nicht in die Arktis.Auch die Überwachung via GSM-2 und GSM-GPS-2 ist wohl nur was für den unbemannten, vollautomatischen Trimaran der Forschung, der die Welt ohne Skipper umrunden soll.
Wir brauchen nur den silbernen Kasten und 5 Liter Methanol – leicht, verstaubar und hoch effektiv- um so endlich auch bei Nachtfahrten mit voller Beleuchtung zu segeln. Kosten soll der Spaß ab Euro 1.679, wie lange so eine Zelle hält, habe ich noch nicht rausgekriegt.
Auch verstehe ich nichts von Elektrik; aber die erste Bekanntschaft mit der Brennstoffzelle hat mich neugierig gemacht – und ich werde meine Erfahrungen sammeln.Vielleicht können ja unsere Leser dazu beitragen?

